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Gebärdensprachdolmetscher:innen und -übersetzer:innen

Was machen Gebärdensprachdolmetscher:innen und -übersetzer:innen?

Gehörlose und hörende Menschen verstehen sich nicht immer gut genug. Nicht alle Hörenden beherrschen die Deutschschweizer Gebärdensprache und für Gehörlose ist die Kommunikation mit Ablesen, sprechen oder schreiben höchst anstrengend. Gebärdensprachdolmetscher:innen stellen in verschiedensten Situationen die Kommunikation zwischen hörenden und gehörlosen Menschen sicher und fördern mit ihrer interkulturellen Arbeitsweise das gegenseitige Verständnis. Sie dolmetschen live in Aus- und Weiterbildungen, am Arbeitsplatz, bei Arztbesuchen, Elternabende, Vorträgen, kulturellen Anlässen, Behördengängen und verdolmetschen einige Sendungen des Schweizer Fernsehens.

Für viele gehörlosen Menschen sind Informationen aus deutschen Texten im Internet oder Zeitungen, Magazinen oder Büchern nicht vollständig zugänglich. Gebärdensprachübersetzer:innen übernehmen darum Aufträge, um Texte auf Websites, im Schweizer Fernsehen, in der Forschung, Politik oder im Kulturbereich in Gebärdensprache zu übersetzen und so möglichst allen Gehörlosen verständlich zu machen. Gebärdensprachübersetzer:innen benutzen als Ausgangslage Texte in Papier- oder digitaler Form oder Untertitel. Das Endprodukt ist jeweils ein Video in Gebärdensprache.

Der Beruf Gebärdensprachdolmetschen wird an der Hochschule für Heilpädagogik als vierjähriges Bachelorstudium gelernt. Die Ausbildung Gebärdensprachübersetzen wird an der gleichen Fachhochschule unregelmässig als CAS angeboten und dauert ein Jahr.

Ein Beispiel von Dolmetscher:innen und Übersetzer:innen im Einsatz finden sie auf SRF Play Gebärdensprache bzw. unter den Erklärvideos der nächsten Volksabstimmungen auf admin.ch.

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Wie kann ich eine Dolmetscher:in oder Übersetzer:in bestellen?

Gebärdensprachdolmetscher:innen werden über die Dolmetschvermittlung PROCOM, beim Netzwerk Gebärdensprachdolmetschen oder bei linguaduct bestellt. Gebärdensprachübersetzer:innen werden als Einzelpersonen angefragt.

Gebärdensprachdolmetscher:innen der bgd sind ausgebildet, zwischen der Deutschschweizer Gebärdensprache und der Deutschen Lautsprache zu dolmetschen. Obwohl einzelne Dolmetscher:innen noch weitere Sprachen beherrschen, geraten sie an die Grenzen ihrer Kompetenzen, wenn sie für gehörlose Personen aus dem Ausland dolmetschen sollen, die eine andere Gebärdensprache benutzen. In diesem Fall muss unbedingt zusätzlich zu einer Gebärdensprachdolmetscher:in eine gehörlose Kulturvermittler:in zugezogen werden, die das Verständnis zwischen gehörloser Kund:in und hörender Dolmetscher:in sicherstellt. Kulturvermittler:innen können bei der Organisation DIMA oder bei der Vermittlung Kulturen verbinden bestellt werden.

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